„Act Now!“ Globaler Fettleber-Tag am 11. Juni 2026
Köln, 11. Juni 2026. Am heutigen 12. Juni 2025 findet weltweit der Global Fatty Liver Day statt, unter dem Motto „Act now“ – „Jetzt handeln“. Der Awarenesstag wird vom Global Liver Institute (GLI) koordiniert und von zahlreichen Organisationen und Gesundheitsinstitutionen rund um den Globus unterstützt.
Ins Leben gerufen wurde der Tag im Jahr 2018 (damals noch unter dem Namen International NASH Day) und findet jeweils am zweiten Donnerstag im Juni statt. Der Global Fatty Liver Day ist eine öffentliche Aufklärungskampagne mit dem Ziel, das öffentliche Bewusstsein für die Dringlichkeit der Fettlebererkrankung zu schärfen. Ein wichtiger Fokus liegt insbesondere auf entzündlichen Fettlebererkrankungen, welche zu Zirrhose und Leberkrebs führen können.

Symbolbild: Mediterrane Diät hat günstige Auswirkungen bei Fettlebererkrankungen.
Fettlebererkrankungen sind eine globale Epidemie. Nach WHO-Angaben leiden bereits 1,7 Milliarden Menschen weltweit an einer Fettleber, welche auch als „steatotische Lebererkrankung“ bezeichnet wird.
Fettlebererkrankungen können zahlreiche Ursachen haben. Besonders oft betroffen sind Menschen mit metabolischem Syndrom, also Übergewicht, Insulinresistenz und schlechten Blutfettwerten (z.B. erhöhtes LDL-Cholesterin und erhöhte Triglyzeride).
Ein weiterer häufiger Faktor ist Alkoholkonsum. Es gibt bei Alkohol keine sichere Untergrenze, die Risiken steigen jedoch mit der Menge und der Regelmäßigkeit. Wenn Menschen eine Fettleber haben, ist Alkohol wahrscheinlich (mit)verantwortlich, wenn Frauen über 140 g/Woche oder Männer über 210 g/Woche konsumieren.
Diese Krankheitsformen stehen zwar vor allem im Mittelpunkt des Global Fatty Liver Day, doch eine Fettleber kann auch andere Ursachen haben. So kommen unter anderem bestimmte Medikamente wie Cortison als Auslöser infrage. Außerdem kann eine Fettleber im Zusammenhang mit anderen Leber- oder Stoffwechselerkrankungen auftreten, etwa bei Zöliakie, Hepatitis C (Genotyp 3), Morbus Wilson, Hämochromatose oder LAL-D. In manchen Fällen wirken auch mehrere dieser Ursachen gleichzeitig zusammen.
Fettlebererkrankungen und ihre Spätfolgen sind eine globale Epidemie. Da die Symptome einer Fettlebererkrankung oft nicht offenkundig sind, wird sie häufig nicht diagnostiziert bzw. selbst nach Diagnose nicht weiter beachtet.
Für die Betroffenen gibt es in diesem Jahr eine wichtige Nachricht: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Thema Fettlebererkrankungen erstmals ausdrücklich in ihre globale Strategie gegen nichtübertragbare Krankheiten aufgenommen. Im Mai 2026 verabschiedete die WHO auf der Weltgesundheitsversammlung eine wegweisende Resolution zu „Steatotische Lebererkrankungen“. Die WHO-Strategie gegen nichtübertragbare Krankheiten konzentrierte sich in den letzten zehn Jahren vor allem auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen. Mit der neuen Resolution erweitert die Weltgesundheitsversammlung diese Agenda erstmals ausdrücklich um das Thema Lebergesundheit.
Internationale Fachgesellschaften wie EASL, Patientenorganisationen und Gesundheitsexperten bewerten diesen Beschluss als historischen Schritt. Das Global Liver Institute sprach von einem „Meilenstein für die globale Gesundheitspolitik“, welcher das Ergebnis jahrelanger internationaler Zusammenarbeit und Aufklärungsarbeit war.
Fettleber, was tun?
Eine Fettleber sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, weil sie langfristig mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken verbunden sein kann. Positiv ist jedoch: Mit Veränderungen des Lebensstils – eine ausgewogene Ernährung, mehr Bewegung und Alkoholverzicht – kann sich die Leber häufig ganz oder zumindest teilweise wieder erholen. Auch eine langsame und dauerhaft angelegte Gewichtsabnahme kann dabei helfen. Als günstig gilt insbesondere eine mediterrane Ernährung. Zudem ist Kaffee bei Fettleber nicht verboten, sondern kann sich sogar vorteilhaft auf die Leber auswirken. Ungünstig sind hingegen zu wenig Bewegung, Fast Food, Alkohol und Süßigkeiten. Oft unterschätzt werden außerdem zuckerhaltige Getränke wie Limonaden, Cola, Obstsäfte oder vermeintlich „gesunde“ Smoothies, da sie viel Fruktose enthalten.
Lebensstiländerungen bleiben eine essenziell wichtige Säule der Behandlung. Lange Zeit gab es keine medikamentöse Therapie von Fettlebererkrankungen, was sich mittlerweile geändert hat. Im August 2025 wurde Resmetirom als Arzneimittel in der EU zugelassen. Die Zulassung gilt für eine Untergruppe von schwerer Erkrankten mit Fettleberentzündung (MASH) und mittlerer bis fortgeschrittener Lebervernarbung (Fibrosegrad 2 bis 3). Das Arzneimittel ist durch Krankenkassen erstattungsfähig, wird aufgrund der hohen Kosten aber eher in Leberambulanzen an Kliniken sowie größeren Schwerpunktpraxen verschrieben. Im Herbst 2025 wurde die deutsche Leitlinie für metabolische Lebererkrankungen erweitert und regelt, wann und bei wem dieses Arzneimittel eingesetzt wird.
Semaglutid ist für die Behandlung von Typ-2-Diabetes und zur Gewichtsreduktion zugelassen. In Studien konnte das Medikament ebenfalls eine Wirksamkeit bei MASH mit dem Fibrosegrad 2 bis 3 zeigen. Erstattet wird Semaglutid allerdings nur bei Diabetes; wird es zur Gewichtsreduktion eingesetzt, gilt es als „Lifestyle-Präparat“, welches nicht erstattet wird. Die EU-Zulassung wurde im April 2026 auch für MASH mit dem Fibrosegrad 2 bis 3 erweitert, ist aber speziell für diese Indikation derzeit nicht in Deutschland verfügbar.
Unsere Pressemeldung zum Global Fatty Liver Day finden Sie hier.
Neue Fachbegriffe
Die Fachbegriffe für Fettleberkrankheiten wurden vor zwei weltweit geändert. Damit sind bisherige Bezeichnungen wie „NAFLD“, „NASH“ oder „ASH“ veraltet und sollten nicht mehr verwendet werden. Die wissenschaftlichen Bezeichnungen lauten nun wie folgt:
- Steatotische Lebererkrankung (SLD): Dieser Oberbegriff schließt alle Fettlebererkrankungen unabhängig von der Ursache ein.
- Metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatotische Lebererkrankung (MASLD): Dies bezeichnet Fettlebererkrankungen, welche im Rahmen metabolischer Erkrankungen (d.h. Übergewicht, Diabetes etc.) auftreten. Der bisherige Begriff war „nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen (NAFLD)“.
- Metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis (MASH): Dies bezeichnet eine Fettleberentzündung, die im Rahmen metabolischer Erkrankungen auftritt. Der bisherige Begriff war „nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH)“
- MetALD (Aussprache: Met A-L-D): Dies ist eine neu geschaffene Kategorie. Der Begriff beschreibt Fettlebererkrankungen, welche gleichzeitig durch metabolische Störungen und übermäßigen Alkoholkonsum verursacht sind.
- kryptogene steatotische Lebererkrankung ist nun ein Oberbegriff für Fettlebererkrankungen unbekannter Ursache (kein Alkohol, keine metabolischen oder anderen Faktoren). Kryptogen ist der Fachbegriff für „unbekannte Ursache“.
Ziel der neuen Fachbegriffe ist, die Erkrankungen exakter und nicht-stigmatisierend zu beschreiben. Patientinnen und Patienten in unserer Beratung verwenden allerdings weiterhin das Wort „Fettleber“, welches auch in der Presse ein gängiger Begriff und Titel des Global Fatty Liver Day ist. Daher verwenden wir auch als Deutsche Leberhilfe e.V. weiterhin den Begriff „Fettleber“.
Weitere Informationen zur Fettleber
- Informationen finden Sie auch in unserer Broschüre „Fettleber“, welche Sie unter diesem Link kostenfrei herunterladen oder bestellen können.
- Einen Übersichtstext zu Fettlebererkrankungen finden Sie auf unserer Webseite: Fettleber – Deutsche Leberhilfe e.V.
- Möchten Sie bzw. Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt herausfinden, ob bei Ihnen ein Risiko für eine Lebervernarbung besteht? Erste Hinweise kann Ihnen der FIB-4-Rechner auf unserer Webseite geben: https://www.leberhilfe.org/fib-4-rechner/
- Auf der internationalen Webseite des Global Fatty Liver Day finden Sie weitere Informationen und internationale Aktivitäten des Global Liver Institute: https://globalfattyliverday.com/
Ihre Deutsche Leberhilfe e.V.
Wir danken den Sponsoren des Global Fatty Liver Day 2026:
Hauptsponsoren: Gilead Sciences GmbH, AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG. Sponsoren: AstraZeneca GmbH, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co KG, Dr. Falk Pharma GmbH, GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, Ipsen Pharma GmbH, Madrigal Pharmaceuticals, Merz Therapeutics GmbH, Mirum Pharmaceuticals Inc., MSD Sharp & Dohme GmbH, Novo Nordisk Pharma GmbH, Roche Pharma AG.