8. Juli

Infoseite: COVID-19, Lebererkrankungen und Impfungen

Hier finden Sie aktuelle Informationen zu COVID-19 und Lebererkrankungen. Die Situation bleibt dynamisch. Wir aktualisieren diese Rubrik regelmäßig, wenn wir hierzu Neuigkeiten erfahren.

6. Juni 2021: Vier Impfstoffe gegen das neuartige Coronavirus sind bisher in der EU zugelassen. Die Deutsche Leberhilfe e.V. empfiehlt die verfügbaren Impfstoffe für Leberkranke, einschließlich Menschen mit Leberzirrhose, PBC, PSC, autoimmuner Hepatitis sowie Lebertransplantierte. Es ist bislang keine Häufung von toxischen oder autoimmunen Leberkomplikationen nach den Impfungen bekannt. Die Impfungen sind keine Lebendimpfstoffe und daher nicht ansteckend. Bekannte Nebenwirkungen sind grippeähnliche Symptome und Reaktionen an der Einstichstelle. In seltenen Fällen sind schwere allergische Reaktionen möglich und erfordern bei Menschen mit bekannter Veranlagung ggf. zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen.

Bei zwei Vektorimpfstoffen (AstraZeneca/Johnson & Johnson) wurden sehr seltene Fälle von Hirnvenenthrombosen und anderen Thrombosen beobachtet; in Deutschland werden die Impfstoffe aktuell von der STIKO eher ab 60 Jahren empfohlen, sind aber nach Aufklärung auch für die Gabe an jüngere Menschen freigegeben. Über die STIKO-Empfehlungen hinaus sind uns  keine geänderten Empfehlungen für Leberkranke für einzelne Impfstoffe bekannt. Aktuell wird über seltene Fälle von Herzmuskelentzündungen nach mRNA-Impfungen diskutiert. Der Nutzen überwiegt eventuelle seltene Risiken jedoch deutlich.

COVID-19 ist auch für Gesunde mit Risiken verbunden. Ob Leberkranke ein höheres Risiko von schweren Verläufen haben, scheint hauptsächlich von der Schwere der Lebererkrankung (z.B. Zirrhose) und eventuellen Begleiterkrankungen abzuhängen. Bei Lebererkrankungen im Frühstadium ist der Einfluss von COVID-19 auf die Leber noch nicht geklärt. Bei schweren COVID-19-Verläufen werden häufiger auch erhöhte Leberwerte beobachtet, wenn die Betroffenen keine Vorerkrankung der Leber hatten; nach der Genesung bilden sich Leberwerte in der Regel bei diesen Betroffenen wieder zurück.

 

Einleitung

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 und die dadurch ausgelöste Erkrankung COVID-19 breitet sich weiterhin auf dem ganzen Globus aus. Mehrere, zum Teil noch ansteckendere und gefährlichere Mutanten aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien sind mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Aktuell dominiert die ursprünglich in Großbritannien entdeckte Alpha-Variante B 1.1.7 in Deutschland weiterhin das Geschehen. Neben weiteren Varianten aus Südafrika (B.1.351) und Brasilien (P.1) wird insbesondere die kürzlich in Indien entdeckte Delta-Variante B.1.617 aufmerksam beobachtet.

Während ein Teil der Betroffenen mit COVID-19 nur geringe Symptome aufweist, ist von zahlreichen klinisch schweren Verläufen bis hin zu Todesfällen berichtet worden, aber auch von verlängerten Nachwirkungen und möglicherweise bleibenden Gesundheitsschäden nach sogenannten „milden Verläufen“. Wie man mittlerweile weiß, gefährdet SARS-CoV-2 nicht nur die Lunge: Andere Organe wie die Nieren, das Herz und das Gehirn können ebenfalls geschädigt werden.

Bei Lebererkrankungen scheinen insbesondere Menschen ge­fährdet zu sein, deren Organ schon stärker geschädigt ist. Zirrhosepatienten und Menschen mit Leberzellkrebs sind besonders bedroht, und das Sterberisiko wächst bei dekompensierter Zirrhose. Atemversagen ist auch für Leberpatienten die häufigste Todesursache bei COVID-19, doch es wurden auch einige Todesfälle durch Leberversagen berichtet.

Erkannt wurde weiterhin, dass Blutgerinnsel bei schweren Krankheitsverläufen offenbar eine wichtige Rolle spielen. Blutverdünnende Mittel werden daher bei schweren Verläufen regelmäßig eingesetzt. Bei tödlichen Verläufen ist Atemversagen die häufigste Ursache; mitunter können jedoch auch Herzinfarkte und Schlaganfälle entstehen, die ebenfalls lebensgefährlich sind.

Häufig ist das Virus nach wenigen Wochen nicht mehr messbar und Betroffene werden als „genesen“ eingestuft. Es mehren sich jedoch Hinweise, dass einige dieser Menschen noch lange nicht gesund sind. Trotz negativem Virustest erleben diese mitunter noch Monate später weiterhin Atemnot, Übelkeit, Schwäche und chronische Erschöpfung. Möglich ist dies auch für Menschen nach sogenannten „milden“ Verläufen. Der Genesungsprozess kann dennoch, wenn auch verlangsamt, weiterlaufen. Ob einige Menschen dauerhaft Folgen von der Infektion zurückbehalten, ist noch nicht eindeutig geklärt.

Die genauen Ursachen für solche bleibenden Symptome sind noch nicht erkannt und werden erforscht. Diskutiert werden sowohl bleibende Zellschädigungen z.B. in der Lunge oder im Gehirn, welche ggf. durch überschießende Immunreaktionen verursacht sein könnten. Ebenfalls diskutiert wird die Rolle der o.g. Blutgerinnsel, die durch die Infektion entstehen können und möglicherweise langfristige Schäden verursachen können.

Diese Zusammenhänge werden künftig auch wissenschaftlich untersucht. Hierzulande wurde die COVIDOM-Studie gestartet, welche die Folgesymptome und Nachwirkungen von COVID-19-Erkrankungen untersucht. In den USA hat die Open Medicine Foundation ebenfalls ein Forschungsprojekt zu diesem Thema begonnen.

 

Impfung gegen das neuartige Coronavirus

Vier COVID-19-Impfstoffe in der EU zugelassen

Am 21. Dezember wurde ein erster mRNA-Impfstoff der Firmen BioNTech/Pifzer gegen SARS-CoV-2 in der EU zugelassen, die Zulassung eines weiteren mRNA-Impfstoffes der Firma Moderna erfolgte am 6. Januar.

Am 29. Januar wurde ein Vektorimpfstoff der Firma AstraZeneca zugelassen. Der Impfstoff wurde in mehreren EU- Ländern und vom 15. bis 18.  März auch in Deutschland vorübergehend ausgesetzt, um einen Verdacht auf seltene Nebenwirkungen (Hirnvenen- und andere Thrombosen bzw. Thrombozytopenie) zu prüfen. Nach Prüfung und Empfehlung durch die Europäische Arzneimittelagentur werden die Impfungen mit diesem Impfstoff nun auch in Deutschland wieder fortgesetzt. Nach weiteren Verdachtsfällen insbesondere bei jüngeren und weiblichen Patienten empfahl die Ständige Impfkommission am 30. März, den Impfstoff nur noch bei männlichen und weiblichen Patienten über 60 Jahren einzusetzen. Mittlerweile ist der Impfstoff in Deutschland jedoch auch Jüngere freigegeben, wenn diese dazu bereit sind und vorher ärztlich aufgeklärt wurden.

Am 12. März erfolgte die Zulassung eines weiteren Vektorimpfstoffes der Firma Johnson & Johnson. Dieser wird nur einmalig gegeben. Nachdem im April auch hier über Hirnvenenthrombosen berichtet wurde (bislang ca. 1 Fall auf 1 Million Impfungen), wurde die geplante Einführung in die EU verzögert. Ende Mai 2021 soll der Impfstoff in Hausarztpraxen breiter verfügbar werden. Ähnlich wie beim Impfstoff von AstraZeneca empfiehlt die STIKO eine Gabe eher bei über 60-Jährigen, erlaubt die Gabe aber auch bei impfwilligen jüngeren Patienten, die zuvor ärztlich aufgeklärt wurden und sich hiermit einverstanden erklären.

Weitere Impfstoff-Zulassungen werden in den kommenden Monaten erwartet.

In Studien konnten die mRNA-Impfstoffe in 94 – 95% der Fälle einen Schutz erreichen. RNA-Impfstoffe enthalten keine aktiven Bestandteile von Viren, sondern geben Körperzellen den Auftrag, bestimmte Antigene (die zum Virus gehören) selbst herzustellen: Die Körperzellen produzieren dann das Spike-Protein des Virus. Das Immunsystem erkennt dieses als fremd und produziert Antikörper, die dann auch gegen eine echte Infektion schützen. Sprich: Mit einer mRNA-Impfung wird man nicht „infiziert“, auch nicht in abgeschwächter Form.

Die Vektorimpfstoffe der Firmen AstraZeneca bzs. Johnson & Johnson erreichten in Studien eine Wirksamkeit von ca. 70% bzw. 85%. Die Vektorimpfstoffe basieren auf einem harmlosen Adenovirus, welches sich nicht vermehren und Menschen nicht krank machen kann. Dieses Vektorvirus transportiert mithilfe einer DNA ebenfalls einen Bauplan des Spikeproteins in den Körper, um damit eine Immunisierung auszulösen. Dies ist nicht das Gleiche wie eine Lebendimpfung: Keiner der verfügbaren Impfstoffe enthält vollständige SARS-CoV-2-Viren, man wird also nicht angesteckt.

Auch künftig verfügbare Corona-Impfstoffe werden voraussichtlich keine Lebendimpfungen sein.

 

Die Deutsche Leberhilfe e.V. empfiehlt die COVID-19-Impfungen für Leberkranke

Die Deutsche Leberhilfe e.V. empfiehlt die neuartigen Coronavirus-Impfungen für alle chronisch Leberkranken. Dies schließt ausdrücklich auch Menschen mit Leberzirrhose, nach Lebertransplantation sowie autoimmune Lebererkrankungen wie PBC, PSC und autoimmune Hepatitis ein. Eine Häufung von lebertoxischen oder autoimmunen Komplikationen ist uns bisher nichts bekannt (weitere Details siehe folgender Abschnitt). Es gibt Hinweise, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe z.B. bei Immunsuppression oder dekompensierter Zirrhose niedriger sein könnte. Dennoch können die Impfstoffe auch hier das Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung senken.

Auf einem Impfsymposium der medizinischen Hochschule Hannover am 28. November 2020 wurden die neuartigen Schutzimpfungen von den anwesenden Experten befürwortet. Auch auf der Abschlusskonferenz des amerikanischen AASLD-Leberkongresses im November 2020 erklärte Professorin Tamar Taddei aus Yale/USA, dass insbesondere Hochrisiko-Patienten mit Zirrhose, Leberzellkrebs oder alkoholischer Lebererkrankung bevorzugt eine Impfung angeboten werden sollte.

Zahlreiche Institutionen im Leber-Bereich befürworten ebenfalls ausdrücklich eine Impfung für alle Leberkranken, wie z.B. der europäische Fachärzteverband EASL, das Europäische Referenznetzwerk für seltene Lebererkrankungen (ERN-RARE LIVER). In Großbritannien gibt es ein gemeinsames Statement des British Liver Trust, der British Society of Gastroenterology, der British Association for the Study of the Liver, und NHS Blood & Transplant, welches ebenfalls zur Impfung rät.

 

Bisher bekannte Risiken und Nebenwirkungen

Bekannt sind insbesondere vorübergehende, Impfstoff-typische Nebenwirkungen: Druckgefühl und Schmerzen an der Einstichstelle sind möglich, ebenso vorübergehende grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit. Diese können mitunter stärker ausgeprägt sein, sodass einige Geimpfte sich für 1-2 Tage krankschreiben lassen. Grippeähnliche Symptome werden von einigen Experten aber sogar als erwünschte Reaktion gesehen: Denn es zeigt, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert. Bei den mRNA-Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna scheinen solche Symptome bei der zweiten Impfdosis mitunter stärker ausgeprägt zu sein, beim Vektorimpfstoff von AstraZeneca eher bei der ersten Impfdosis. Das Robert-Koch-Institut bietet aktuell bereits Aufklärungsmerkblätter für den Vektorimpfstoff von AstraZeneca sowie für die mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer und Moderna an, welche auch über bisher bekannte Nebenwirkungen aufklären.

Bislang ist uns keine Häufung von toxischen oder autoimmunen Leberkomplikationen nach Impfungen bekannt.

Nach 2,1 Milliarden Impfdosen weltweit kennen wir nur einen fraglichen Verdachtsfall aus den USA, in dem eine möglicherweise autoimmune Leberentzündung sechs Tage nach einer BioNTech/Pfizer-Impfung auffällig wurde. Ob dies von der Impfung verursacht wurde oder ein Zufall war, ist ebenso unklar wie die Frage, ob es sich dabei tatsächlich um eine autoimmune Hepatitis (AIH) handelte: Die Leberentzündung war sowohl vom Verlauf als auch diagnostisch nicht typisch für eine AIH. Die Betroffene hatte zuvor Monate lang ein potenziell lebertoxisches Medikament eingenommen und war vor kurzem schwanger gewesen. Zudem war noch kein Hepatitis-E-Test erfolgt, der für die Differenzialdiagnostik in solchen Fällen wichtig ist. Die Autoren des Berichts betonen, dass sie die COVID-19-Impfung ausdrücklich empfehlen; Facharztkollegen sollten nach ähnlichen Phänomenen Ausschau halten.

Allergische Reaktionen gegen Inhaltsstoffe sind insbesondere bei Menschen mit einer entsprechenden Neigung eine mögliche Komplikation. Diese scheinen jedoch selten zu sein.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC berichtete am 6. Januar, dass es bei 1.893.360 Impfungen mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer insgesamt 175 Fallberichte mit Verdacht auf starke allergische Reaktionen gab. In 21 dieser Fälle kam es zu einem anaphylaktischen Schock (dies entspricht 11 Fällen auf eine Million Impfdosen). Ein anaphylaktischer Schock ist eine lebensgefährliche allergische Reaktion, die bei schnellem Eingreifen gut behandelbar ist. Für eine der 21 Personen liegen keine Informationen zum weiteren Verlauf vor, die 20 Betroffenen mit bekanntem Verlauf haben sich wieder vollständig erholt. Laut CDC traten 71% der Komplikationen innerhalb von 15 Minuten nach der Impfung auf (Zeitrahmen: 2 – 150 Minuten). 17 der 21 Betroffenen hatten eine Vorgeschichte starker allergischer Reaktionen und 7 eine Vorgeschichte mit anaphylaktischen Schocks.

Für den mRNA-Impfstoff der Firma Moderna stellte das CDC am 29. Januar ebenfalls erste Daten zu seltenen anaphylaktischen Schocks vor. Zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 wurden demnach zehn anaphylaktische Schocks bei 4.041.396 Impfdosen beobachtet. Umgerechnet sind dies 2,5 Fälle auf eine Million Impfdosen. Neun dieser Personen hatten eine Vorgeschichte schwerer Allergien und fünf davon in der Vergangenheit schon einmal einen anaphylaktischen Schock erlebt. Mit einer Ausnahme traten die anaphylaktischen Schocks sehr schnell innerhalb einer Viertelstunde nach der Impfung auf. Für zwei Personen fehlen Informationen zum weiteren Verlauf, die acht Betroffenen mit bekanntem Verlauf haben sich alle wieder erholt.

Wer eine Vorgeschichte von schweren allergischen Reaktionen (anaphylaktischer Schock) auf Impfstoffe, Medikamente, oder Nahrungsmittel hat, sollte vorsichtig sein und sich individuell beraten lassen. Ähnliches gilt für Menschen mit Gerinnungsstörungen. Wenn Menschen mit solchen Risikofaktoren sich dennoch für eine Impfung entscheiden, sollten diese laut STIKO länger und ggf. bis zu 30 Minuten nachbeobachtet werden; bei anderen Geimpften ist nach der Impfung eine Nachbeobachtung über 15 Minuten üblich.

Ein Aufklärungsmerkblatt für Impfkandidaten des Deutschen Grünen Kreuzes e.V., welches in Zusammenarbeit mit dem RKI erschien (Stand 11. Januar), erwähnt ein weiteres seltenes, unerwünschtes Ereignis: In den Studien für die mRNA-Impfstoffe mit mehreren Zehntausend Probanden gab es Einzelfälle einer vorübergehenden, akuten Gesichtslähmung: Vier soclhe Fälle wurden unter dem BionTech/Pfizer-Impfstoff und drei Fälle unter dem Moderna-Impfstoff beobachtet. Ob dies durch die Impfungen verursacht wurde, gilt zumindest theoretisch als möglich, wird aber noch weiter untersucht. In Fall von akuter Gesichtslähmung trat in den Moderna-Studien auch in einer Kontrollgruppe von Ungeimpften auf. In allen acht bekannten Fällen bildeten sich die akuten Gesichtslähmungen innerhalb „einiger Wochen“ zurück.

Der Impfstoff der Firma AstraZeneca kann in seltenen Fällen zu Hirnvenenthrombosen sowie weiteren Thrombosen und Thrombozytopenie führen, die in einigen Fällen tödlich endeten. Nach wiederholten Prüfungen und Auswertungen von Fallberichten geht mittlerweile auch die Europäische Arzneimittelagentur von einen direkten Zusammenhang mit der Impfung aus. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfahl in Deutschland am 30. März, den Impfstoff von AstraZeneca nur noch bei Menschen über 60 Jahren einzusetzen. Bund und Länder schlossen sich dieser Empfehlung an. Menschen unter 60 können sich „nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung“ mit diesem Impfstoff impfen lassen. Aktuell sind über die neu gesetzte Altersgrenze hinaus noch keine speziellen Einschränkungen für Leberkranke bezüglich dieses Impfstoffs bekannt; eine Vorgeschichte von Thrombosen sollte allerdings ebenso im ärztlichen Beratungsgespräch diskutiert werden wie schwere Allergien und andere Vorerkrankungen. Ähnliches gilt für den Vektorimpfstoff der Firma Johnson & Johnson, bei dem ebenfalls über sehr seltene Fälle von Hirnvenenthrombosen berichtet wurde.

Aktuell werden Berichte aus Israel über seltene Herzmuskelentzündungen diskutiert, die nach mRNA-Impfungen auftraten. Sollte sich hier ein Zusammenhang ebenfalls bestätigen, ändert dies nichts an der klar positiven Nutzeneinschätzung der Impfstoffe, zumal Herzmuskelentzündungen bei echten SARS-CoV-2-Infektionen wesentlich häufiger auftreten.

Bis zum 6. Juni wurden weltweit bereits über 2,1 Milliarden Impfdosen verabreicht (alle Impfstoffe zusammengenommen) und es liegen mittlerweile Nachbeobachtungszeiten von mehreren Monaten vor. Wenn Komplikationen von Impfstoffen auftreten, sieht man diese meist in den ersten Monaten nach der Einführung. Wie die Fälle der Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson zeigen, werden jedoch seltene, neuartige Komplikationen mitunter erst gesehen, wenn ein Impfstoff bei Millionen von Menschen eingesetzt wurde. Gleichzeitig zeigen diese Ereignisse auch, dass die Arzneimittelüberwachung der Impfstoffe funktioniert und bei Verdacht auf neue Nebenwirkungen schnell reagiert und geprüft wird.

Im Falle von neuen Nebenwirkungen oder Komplikationen sollte eine Nebenwirkungsmeldung an das Paul Ehrlich Institut gemacht werden.

 

Schutz vor Infektion oder vor schweren Krankheitsverläufen

Offen ist noch die Frage, ob die neuen Impfstoffe eine Infektion vollständig verhindern oder eher vor schweren Verläufen schützen. In den Zulassungsstudien war auch die Zahl der entdeckten Neuinfektionen bei Geimpften deutlich geringer. Inzwischen gibt es Berichte über Menschen, die vollständig geimpft waren und sich dennoch infizierten – aber es wurden hier praktisch keine schweren Verläufe oder Todesfälle beobachtet, sodass auch hier ein deutlicher Erfolg der Impfung zu sehen ist. Wir halten einen Immunschutz gegen das neue Coronavirus für wichtig, insbesondere für schwer Leberkranke. Es sind bislang keine Einschränkungen für bestimmte Lebererkrankungen oder Erkrankungsstadien bekannt. Hohe Leberwerte, hohe Autoantikörperspiegel oder Begleitmedikationen sind nach aktuellem Wissensstand meist kein Hindernis für eine Impfung. Nebenwirkungen oder seltene Komplikationen scheinen bisher nicht häufiger aufzutreten als in der Allgemeinbevölkerung; wir beobachten dies weiter.

Wenn Sie chronisch leberkrank sind, empfehlen wir Ihnen daher, eine Impfung wahrzunehmen, sobald man Ihnen diese anbietet. Je kränker Ihre Leber ist, desto dringender ist eine Impfung sogar empfohlen. Besprechen Sie vorher Ihre Vorerkrankungen, Begleitmedikation und eventuell vorliegende Allergien: Lassen Sie sich in Ihrer Praxis, Klinik oder Impfzentrum beraten und verfolgen Sie auch die aktuelle Berichterstattung. Meiden Sie soziale Medien und Messengerdienste als Informationsquelle zu Covid-19 und Impfungen, da hier oft Falschinformationen verbreitet werden.

 

COVID-19 und Lebererkrankungen

Mittlerweile liegen mehr Informationen zu COVID-19 bei Leberkranken vor. Nicht jede chronische Lebererkrankung erhöht sofort das Risiko, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren oder einen schweren Verlauf zu haben: Dies hängt eher von der Schwere der Lebererkrankung oder ihren Begleit­umständen ab.

Im August haben die europäischen Fachverbände EASL und ESCMID auch ihre Empfehlungen für COVID-19 bei Lebererkrankungen aktualisiert. Diese nehmen detailliert zu einzelnen Lebererkrankungen und COVID-19 Stellung, soweit Informationen vorliegen. In den vergangenen Monaten gab es weitere Veröffentlichungen, so auch auf dem amerikanischen Liver Meeting im November 2020. Einige der wichtigsten Erkenntnisse fassen wir hier zuammen.

  • Zirrhosepatienten sind eine Hochrisikogruppe für schwere COVID-19-Verläufe.
  • Patienten mit Leberzellkrebs (die meist auch eine Zirrhose haben) sind ebenfalls von schweren COVID-19-Verläufen gefährdet.
  • Patienten mit alkoholbedingter Lebererkrankung haben durch COVID-19 häufiger eine schwere Atemwegserkrankung.
  • Lebertransplantierte stecken sich häufiger mit dem Coronavirus an, scheinen aber nicht deutlich öfter schwer zu erkranken als die Allgemeinbevölkerung. Allerdings leiden viele Transplantierte an Begleiterkrankungen wie z.B. Diabetes, welche dann eigene Risikofaktoren darstellen.
  • Keine übertriebene Angst vor Immunsuppressiva: Dies gilt sowohl für Lebertransplantierte als auch Patienten mit autoimmuner Hepatitis und anderen Erkrankungen.
  • Patienten mit autoimmuner Hepatitis (AIH) sind nicht mehr, aber auch nicht weniger gefährdet als andere Leberkranke.
  • Patienten mit Fettlebererkrankungen haben häufiger schwere COVID-19-Verläufe. Möglicherweise liegt dies eher an den häufigen Begleiterkrankungen wie Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck. Ob die Fettleber selbst einen Einfluss haben könnte, wird jedoch diskutiert.

Das Robert Koch-Institut (RKI) listet verschiedene Risikofaktoren für schwere Covid-19-Verläufe auf: Neben höherem Lebensalter, Adipositas und Rauchen nennt das RKI dabei auch Grunderkrankungen verschiedener  Organe wie Herz, Lunge, Niere und Leber. Allerdings nimmt das RKI keine generelle Einstufung in Risikogruppen mehr vor. Aufgrund der Komplexität der verschiedenen Faktoren ist laut RKI „eine generelle Festlegung zur Einstufung in eine Risikogruppe nicht möglich. Vielmehr erfordert dies eine individuelle Risikofaktoren-Bewertung, im Sinne einer (arbeits-)medizinischen Begutachtung.“ (Stand 29.10.2020)

Im Folgenden gehen wir detaillierter auf die einzelnen Erkrankungen ein und was uns bislang hierzu bekannt ist.

 

COVID-19 und nicht-alkoholische Fettleber­erkrankungen (NAFLD)

Bei Patienten mit nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen sieht man häufiger schwere Verläufe, und mitunter scheinen diese länger ansteckend zu sein.

Eine Analyse aus China mit 202 Fettleberpatienten zeigte, dass diese häufiger an Atemnot und Sauer­stoffmangel litten und auch radiologische Bilder der Lunge ungünstiger aussahen, als bei Menschen ohne Fettleber.

Es ist zurzeit noch nicht unterscheidbar, ob die Fettleber allein schon ein Risikofaktor ist oder ob dies eher an Begleiterkrankungen liegt: Viele Fettleberpatienten sind älter und leiden gleichzeitig an einem metabolischen Syndrom mit Übergewicht, Bluthochdruck und Insulinresistenz. All dies sind bekannte Risikofaktoren für schwere COVID-19-Verläufe.

Komplikationen wurden jedoch auch häufiger bei jüngeren Fettleberpatienten gesehen, die keinen Diabetes hatten. Andererseits scheinen aber einige typische Genveränderungen, die man eher bei Fettleberpatienten findet, nicht das Risiko bei COVID-19 zu erhöhen (vgl. Lebenszeichen 2/2020).

Es bleiben in diesem Bereich also noch viele Fragezeichen. Dass Begleiterkrankungen ein Risikofaktor sind, ist klar. Ob die Fettleber an sich vielleicht ebenfalls einen unabhängigen Risikofaktor darstellt, wird nun aber intensiver diskutiert als noch vor einigen Monaten.

Was sollten NAFLD-Patienten beachten? Falls Sie an Begleiterkrankungen wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck oder Übergewicht leiden, sorgen Sie dafür, dass diese möglichst optimal eingestellt sind. Medikamente gegen Bluthochdruck sollten weiter wie vorgeschrieben eingenommen werden; derzeit gibt es keine Hinweise, dass diese Mittel bei COVID-19 von Nachteil sind.

Die Corona-Krise schafft leider Voraussetzungen, die Übergewicht und Fettleber begünstigen: Soziale Isolation, schlechte Stimmung und langes Sitzen zu Hause verführen auch dazu, mehr süße und fettige Snacks zu konsumieren. Vermeiden Sie es, sich große Vorräte an Snacks anzulegen. Achten Sie auf Ihre Ernährung und versuchen Sie, sich ausreichend zu bewegen; wenn Sie keinen Sport betreiben, gehen Sie spazieren oder machen Sie gymnastische Übungen, soweit Ihnen dies möglich ist und gut tut.

Eine COVID-19-Impfung ist für Fettleberpatienten ebenso empfohlen wie für andere Leberkranke.

 

COVID-19 und Virushepatitis

Bislang gibt es keine eindeutigen Hinweise, dass eine chronische Virushepatitis B oder C alleine das Risiko für schwere COVID-19-Verläufe erhöht. Wenn bereits eine Zirrhose vorliegt, ist diese jedoch ein Risikofaktor: Dies gilt für Virushepatitis ebenso wie für andere Lebererkrankungen.

Was sollten Patienten mit Virushepatitis beachten? Wenn Sie bereits Hepatitis-Medikamente einnehmen, nehmen Sie diese bitte weiterhin wie vorgeschrieben ein.

Wenn Sie aktuell nicht an COVID-19 leiden und eine antivirale Tablettentherapie gegen Ihre Hepatitis B oder C geplant ist, legen Sie gerne wie geplant los damit!

Hepatitis-B-Patienten werden in Einzelfällen noch mit Peg-Interferon behandelt. Eine Interferon-Therapie sollte laut EASL/ESCMID während der COVID-19-Pandemie lieber nicht gestartet werden: Interferon befeuert das Immunsystem, und es ist nicht klar, wie sich dies im Fall einer COVID-19-Erkrankung auswirkt. Bei schweren COVID-19-Verläufen hat man den Verdacht, dass Überreaktionen des Immunsystems zu den entzündlichen Vorgängen beitragen.

Falls Sie derzeit an COVID-19 leiden, kann der Start einer antiviralen Hepatitis-Therapie meist ein paar Wochen warten, bis Sie wieder genesen sind. In dringenden Fällen kann mit den behandelnden Ärzten im Einzelfall entschieden werden, eine Hepatitis-Therapie auch schon während einer COVID-19-Erkrankung zu starten. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn eine akute oder chronische Hepatitis-B-Infektion zu schweren Entzündungsschüben in der Leber führt.

Eine Hepatitis-B-Infektion kann wieder aktiv werden (reakti­vie­ren), wenn Menschen immunsuppressiv behandelt werden. Dies ist auch bei unauffälliger oder gar „ausgeheilter“ Hepati­tis B möglich, da das Virus seine DNA dauerhaft im Kern der Leberzellen hinterlässt. Falls eine schwere COVID-19-Erkrankung mit Immunsuppressiva behandelt wird (z.B. Cortico­steroide, Tocilizumab u.Ä.), sollte eine Hepatitis-B-Infektion ggf. vorsorglich mit antiviralen Medikamenten mitbehandelt werden.

Generell mahnt EASL, trotz Corona-Krise am WHO-Ziel festzuhalten, Hepatitis B und C bis zum Jahr 2030 einzudämmen. Hierfür sollten Test- und Behandlungsangebote für Hepatitis-B- und -C-Patienten weiterhin aufrechterhalten werden.

Eine Impfung gegen COVID-19 ist für Patienten mit Virushepatitis ebenso empfohlen wie für andere Leberkranke.

 

COVID-19 und cholestatische/autoimmune Lebererkrankungen

Für Patienten mit cholestatischen Erkrankungen PBC, PSC und IgG4-Cholangitis sind derzeit keine speziellen Aussagen zum Verlauf von COVID-19 möglich: Auch die Fachverbände EASL und ESCMID weisen darauf hin, dass hier ein Mangel an Daten herrscht. Für alle Patienten mit autoimmunen Lebererkrankungen empfehlen sie jedoch eine Impfung gegen Grippe und Pneumokokken.

Ausführlicher nehmen die Fachverbände Stellung zur autoimmunen Hepatitis. Viele AIH-Patienten sind besorgt, mit ihren Immunsuppressiva vermeintlich ihre Abwehr gegen COVID-19 zu schwächen. In der Regel ist es klüger, die Immunsuppressiva unverändert weiter einzunehmen, so EASL/ESCMID. Dies gilt insbesondere für AIH-Patienten, die nicht mit SARS-CoV-2 infiziert sind.

Nur bei bestimmten Komplikationen sei es sinnvoll, überhaupt über eine Dosisreduktion nachzudenken. Ein solcher Fall kann vorliegen, wenn die Medikamente einen Mangel an Lymphozyten verursachen oder wenn schwer kranke COVID-19-Patienten zusätzlich eine Bakterien- oder Pilzinfektion erleiden. Auch hier muss die Entscheidung jedoch im Einzelfall mit erfahrenen Fachärzten gefällt werden. Ein komplettes Absetzen der Immunsuppressiva wird auch dann nicht empfohlen, da sonst die AIH wieder aufflammen und mitunter sehr schwer verlaufen kann.

Mittlerweile lassen erste Registerdaten vermuten, dass Immunsuppressiva bei AIH-Patienten nicht das Risiko schwerer oder tödlicher Verläufe erhöhen. Andere Faktoren wie z.B. eine Leberzirrhose oder höheres Lebensalter sind für dieses Risiko weitaus entscheidender.

Bei schwer kranken COVID-19-Patienten, welche eine Sauerstofftherapie benötigen oder künstlich beatmet werden, können Immunsuppressiva sogar Leben retten und verlängern. Gezeigt wurde dies für Dexamethason und Hydrokortison (Studie aus Jena).

Andererseits gibt es Sorge, dass Menschen, die bereits Cortico­steroide in hoher Dosis einnehmen, ggf. infektanfälliger sind und eher einen schweren COVID-19-Verlauf erleiden könnten. Daher empfehlen die Fachverbände, bei AIH bevorzugt Budesonid statt Prednisolon als Ersttherapie einzusetzen, soweit dies aufgrund des Erkrankungsverlaufs möglich ist oder diese keine Kontraindikation durch eine Zirrhose haben.

Wenn Patienten unter Corticosteroiden an COVID-19 erkranken, sollte dennoch eine ausreichende Dosis aufrechterhalten werden, um eine Nebennieren-Insuffizienz zu verhindern.

Nachdem es im Juni Erfolgsmeldungen zum Immunsuppressivum Dexamethason bei COVID-19 gab, könnten sich einige AIH-Patienten fragen: Wäre es besser, wenn ich dieses Medikament bekäme? So einfach ist es jedoch nicht: Eine Hochdosistherapie mit Steroiden zeigte ihre positiven Effekte bisher nur bei schwer kranken COVID-19-Patienten, die auf der Inten­siv­station Sauerstoff erhielten oder beatmet wurden. Daher empfehlen auch EASL und ESCMID, nur in solchen klinisch schweren Fällen auf Dexamethason (bzw. andere Medikamente) zu wechseln oder dieses zur AIH-Therapie hinzuzunehmen.

Die Impfempfehlungen für Grippe und Pneumokokken gelten auch für AIH-Patienten.

Eine Impfung gegen COVID-19 wird bei AIH, PBC und PSC ebenfalls empfohlen. Falls Patienten Immunsuppressiva einnehmen müssen (insbesondere bei AIH), kann die Wirksamkeit der COVID-19-Impfungen ähnlich beeinträchtigt sein wie auch bei anderen Impfstoffen. Dies spricht jedoch nicht gegen die Impfung. Eine Überprüfung des Impferfolges könnte sinnvoll sein.

 

COVID-19 und alkoholbedingte Leberkrankheiten

Alkoholsucht ist ein Teufelskreis, der auch vor COVID-19 nicht Halt macht. So sind Menschen mit chronischem Alkoholmissbrauch deutlich gefährdeter, bei COVID-19 eine schwere Atemwegserkrankung zu entwickeln. Andererseits führt die Corona-Krise vermehrt zu sozialer Isolation, Depressionen und Ängsten – was wiederum zu erhöhtem Alkoholkonsum führen kann.

Insbesondere wenn die Corona-Krise (wieder) zu Einschränkungen des öffentlichen Lebens führt, rechnen die Fachverbände mit mehr Komplikationen durch Alkohomissbrauch: Sowohl während als auch nach Phasen der sozialen Isolation sei zu erwarten, dass mehr Patienten mit dekompensierter Alkoholzirrhose oder schwerer akuter Alkoholhepatitis auf den Intensivstationen landen.

Hochdosierte Corticosteroide sollen bei COVID-19 nur bei schweren Verläufen eingesetzt werden; andererseits werden sie mitunter bei akuter Alkoholhepatitis eingesetzt. Dieses Dilemma sollte bedacht und im Einzelfall entschieden werden, wenn bei Patienten mit akuter Akoholhepatitis über eine solche hochdosierte Steroidtherapie nachgedacht wird.

Verschärft wird der Alkoholmissbrauch auch durch Fehlinformationen im Internet, dass Alkohol vermeintlich gegen SARS-CoV-2 schütze. EASL und ESCMID weisen Ärzte darauf hin, dieses falsche Gerücht auf dem Schirm zu haben und ihre Patienten bei Bedarf aufzuklären.

Eine Impfung gegen COVID-19 wird empfohlen.

 

COVID-19 und Leberzirrhose

Zirrhosepatienten werden von der Corona-Krise gleich doppelt getroffen: Zum einen sind sie stärker durch schwere und tödliche Verläufe von COVID-19 gefährdet, zum anderen ist möglicherweise die regelmäßige Betreuung ihrer schweren Lebererkrankung nur eingeschränkt möglich.

Auf dem digitalen EASL-Kongress stellte der britische Arzt Dr. Thomas Marjot Zahlen vor, welche die Gefährdung für Zirrhosepatienten noch einmal verdeutlichten. Die Daten waren aus dem SECURE-Cirrhosis Registry und dem COVID HEP Registry gesammelt. Von 1.027 Leberkranken mit COVID-19 hatten 506 eine Zirrhose. Bei fast der Hälfte der Zirrhosepatienten (46%) gab es mindestens ein Ereignis, bei dem sich die Leberfunktion verschlechterte – meist ein Wasserbauch (Aszites) oder eine Hirnfunktionsstörung (Hepatische Enzephalopathie). Je weiter die Zirrhose vorangeschritten war, desto höher waren die Risiken von COVID-19. Bei dekompensierter Zirrhose (Child-Pugh C) und COVID-19 verließ nur jeder fünfte Patient die Intensivstation wieder lebend; wenn eine Beatmung nötig wurde, überlebte nur jeder zehnte.

Über zwei Drittel der Todesfälle (71%) waren durch die Lungenentzündung bedingt, 19% durch Leberkomplikationen und 5% durch Herzversagen.

Dies zeigt, dass Zirrhosepatienten in der Corona-Krise eine besonders schutzbedürftige Risikogruppe sind.

Die Fachverbände EASL und ESCMID empfehlen eindringlich: „Es sollte alles versucht werden, um Patienten mit Zirrhose bestmöglich und leitliniengerecht zu behandeln.“

Zirrhosepatienten, welche sich mit SARS-CoV-2 infizieren, haben ein hohes Risiko von schweren Verläufen. Das größte Risiko droht auch hier von der Lunge her, denn wenn es zum Tod kam, war meist Atemversagen der Grund. Es gibt jedoch auch bestürzend viele Betroffene, deren Zirrhose unter COVID-19 dekompensiert.

Aus diesem Grund gilt: Jeder Zirrhosepatient, dessen Leberfunktion sich plötzlich verschlechtert, sollte dringend auch auf SARS-CoV-2 getestet werden – selbst wenn es keine Anzeichen von Atemnot oder anderen Lungenproblemen gibt. Zudem sollten alle Zirrhosepatienten mit COVID-19 zügig in eine Klinik eingeliefert werden.

Wichtig ist in Kliniken, dass sich die Wege von Menschen mit und ohne COVID-19 nicht kreuzen. Dies gilt umso mehr für Le­berpatienten, die mit Zirrhosekomplikationen in die Klinik müssen.

Bei bestimmten Zirrhosekomplikationen wie z.B. Varizenblutungen werden mitunter gefäßverengende Medikamente (Vasokonstriktoren) eingesetzt. Diese sind jedoch bei schwerer COVID-19-Erkrankung sehr heikel, weil sie die Herz- und Lungenfunktion zusätzlich beeinträchtigen können. EASL und ESCMID raten daher zu großer Vorsicht mit solchen Mitteln, wenn Patienten sowohl aufgrund von Zirrhose als auch COVID-19 ernst erkrankt sind.

Auch bei Zirrhosepatienten werden Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken empfohlen.

Eine Impfung gegen COVID-19 wird empfohlen.

 

COVID-19 und Lebertransplantation

Patienten auf der Warteliste zur Lebertransplantation haben in der Regel eine weit fortgeschrittene Leberzirrhose und sind daher stark gefährdet.

Die Zahl der Lebertransplantationen ist während der Corona-Krise weltweit zurückgegangen. Ob eine SARS-CoV-2-Infektion bei einer Transplantation übertragen werden kann, ist unklar. Grundsätzlich ist das Komplikationsrisiko hoch, wenn Menschen nach bzw. bei großen chirurgischen Eingriffen mit dem neuen Coronavirus infiziert werden. Zur Sicherheit werden daher sowohl Spender als auch Empfänger auf das Virus getestet. Zudem sollten Einverständniserklärungen nun auch einen Passus zu Risiken durch SARS-CoV-2 enthalten.

Leberlebendspenden sollten während der Pandemie nur in Einzelfällen durchgeführt werden, nachdem die Risiken sowohl für Lebendspender als auch Empfänger eingehend erörtert wurden.

Wenn Menschen bereits transplantiert sind, gelten ähnliche Empfehlungen zur Immunsuppression wie bei autoimmunen Lebererkrankungen: Die Fachverbände raten von Dosisreduktionen ab, solange keine spezifischen Komplikationen dies notwendig machen (z.B. Lymphopenie, Bakterien- oder Pilzinfektionen); selbst dann ist dies eine Einzelfallentscheidung, die gemeinsam mit Fachärzten getroffen werden muss.

Viele Lebertransplantierte haben verständlicherweise große Sor­gen bezüglich COVID-19. EASL und ESCMID weisen darauf hin, dass sich dies negativ auf die Medikamenteneinnahme sowie das Wahrnehmen von Überwachungsterminen auswirken kann. Aktuelle Daten scheinen für Lebertransplantierte jedoch beruhigender zu sein als für Zirrhosepatienten. Demnach haben Lebertransplantierte zwar eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren, da ihr Immunsystem durch die Medikamente heruntergefahren ist. Anders als Daten aus dem COVID-HEP Registry zunächst nahelegten, steht aber inzwischen in Frage, ob der Verlauf von COVID-19 bei Lebertransplantierten tatsächlich schlechter ist als in der Allgemeinbevölkerung: Dies erklärte Prof. Thomas Berg, Leipzig, auf der Pressekonferenz des digitalen EASL-Kongresses. Wiederholt wurde diese beruhigende Aussage auch auf dem EASL-Symposium „COVID-19 and the Liver“ am 29. August.

Dennoch empfehlen die Fachverbände EASL und ESCMID, auch Lebertransplantierte mit COVID-19 zügig in eine Klinik einzuweisen. Bestimmte Faktoren könnten auch bei Lebertransplantierten das Risiko von schweren COVID-19-Verläufen erhöhen, wie z.B. noch unentdeckte Krebserkrankungen, Sarkopenie, eingeschränkte Funktion des transplantierten Organs oder metabolische Begleiterkrankungen. Wie der Einfluss dieser Faktoren im Einzelnen ist, wird jedoch noch erforscht.

Wechselwirkungen zwischen Immunsuppressiva und Medikamenten gegen COVID-19 sind möglich. Falls Lebertransplantierte aufgrund einer schweren COVID-19-Erkrankung zusätzliche Arzneimittel erhalten (auch experimentelle Therapien), sollten die Wirkstoffspiegel ihrer Immunsuppressiva im Blut sorgfältig überwacht werden.

Für Lebertransplantierte gelten die gleichen Impfempfehlungen gegen Grippe und Pneumokokken wie für Zirrhose­patienten.

Eine Impfung gegen COVID-19 wird empfohlen. Erste Daten im Juni 2021 weisen darauf hin, dass die Immunsuppressiva bei Transplantierten die Impfantwort einschränken und Antikörper seltener und dann oft im geringerem Maße messbar werden als bei Gesunden. Ob ggf. trotzdem ein gewisser unsichtbarer Schutz durch T-Zellen bestehen könnte, wird diskutiert, ist bislang aber nicht bewiesen. Vorerst wird Lebertransplantierten empfohlen, auch nach der Impfung weiterhin die üblichen COVID-Schutzmaßnahmen aufrecht zu erhalten.

Anfang Januar 2021 veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten DGVS eine Leitlinie zur Versorgung von Lebertransplantierten während der COVID-19-Pandemie. Einen kurzen Bericht finden Sie hier auf der Webseite des Informationsdienstes Wissenschaft (idw).

 

COVID-19 und Leberzellkrebs (HCC)

Laut EASL und ESCMID ist noch nicht geklärt, wie sich Leberzellkrebs auf den Verlauf von COVID-19 auswirkt. Höheres Alter, männliches Geschlecht und Begleiterkrankungen scheinen das Sterberisiko durch COVID-19 eher zu erhöhen als verschiedene Krebstherapien, so die Fachverbände. Die Behandlung von Leberzellkrebs sollte möglichst weiter wie in den Leitlinien vorgegeben durchgeführt werden.

Tumorkonferenzen finden weiterhin statt, sodass Spezialisten aus Onkologie, Chirurgie, Radiologie sich bei allen Patienten darüber abstimmen können, welche Therapiemethoden am aussichtsreichsten sind.

Vorsorgeuntersuchungen auf Leberzellkrebs sollten wieder regelmäßig und in vollem Umfang stattfinden. Dies betrifft alle Patienten mit chronischen Lebererkrankungen und insbesondere solche mit bereits vorhandener Leberzirrhose.

Eine Impfung gegen COVID-19 wird empfohlen.

 

Verschiedene Leber-Untersuchungen und COVID-19-Risiko

Das Coronavirus kann im Rahmen von endoskopischen Untersuchungen übertragen werden. Daher empfehlen die Fachverbände entsprechende Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung, einschließlich eines Mund-Nasen-Schutzes beim durchführenden Personal. COVID-19-Patienten sollten nur in Notfällen endoskopiert werden, z.B. bei Krampfaderblutungen oder bakteriellen Entzündungen der Gallengänge. Dagegen gebe es keinen Grund, Endoskopien aufzuschieben, wenn Patienten virusfrei sind und vor Ort keine starken Einschränkungen durch COVID-19 bestehen. Ähnliches gilt auch für Leberbiopsien, die bei Nichtinfizierten unter solchen Umständen ebenfalls weiter durchgeführt werden sollten.

Bei Ultraschalluntersuchungen z.B. zum HCC-Screening werden im Positionspapier keine speziellen Sorgen erwähnt. Bei Leberpatienten ohne Corona-Infektion sollten diese nur ver­scho­ben werden, falls Praxen/Kliniken zeitlich zu stark ausge­lastet sind oder vor Ort keine weiteren Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, wenn ein HCC entdeckt wird. Dies ist in Deutschland allerdings in der Regel kein Problem. Wenn Patienten aktuell an COVID-19 erkrankt sind, können HCC-Screening-Untersuchungen bis nach der Genesung warten.

Komplizierter ist die Frage zu Leberpunktionen bei COVID- 19-Kranken: In Notfällen, wenn dringender Klärungsbedarf besteht, erlaubt das Positionspapier auch dies. Bei der Mehrheit der Betroffenen sei eine Biopsie bei akuter COVID-19-Erkrankung nicht nötig, so EASL und ESCMID. Erstens stehe dann meistens die Behandlung der Viruserkrankung im Vordergrund. Zweitens kann COVID-19 im ganzen Körper und auch in der Leber zu Entzündungsvorgängen führen. Dies könnte auch das Aussehen von Leberbiopsien verändern, sodass die Ursachensuche nach anderen Erkrankungen dadurch erschwert werde.

 

Ausblick

Das Coronavirus wird uns möglicherweise dauerhaft oder über viele Jahre begleiten. Mittlerweile hat es einen enormen Wissenszuwachs in der Medizin gegeben. Kliniken sind mittlerweile in der Lage, COVID-19-Patienten deutlich besser zu versorgen als im Frühjahr. Verschiedene bereits zugelassene, kostengünstige und breit verfügbare Arzneimittel (z.B. Heparine/Blutverdünner, Corticosteroide wie z.B. Dexamethason oder Blutdrucksenker) werden auch für COVID-19 untersucht und sind in bestimmten Situationen eindeutig hilfreich.

Die Impfungen haben in Deutschland ab dem 27. Dezember begonnen. Die Deutsche Leberhilfe e.V. empfiehlt eine Impfung für alle chronisch Leberkranken. Grippeähnliche Symptome und Reaktionen an der Einstichstelle sind mögliche Nebenwirkungen. Über allergische Reaktionen auf Inhaltsstoffe wurde in einigen Fällen berichtet. Falls Sie eine Vorgeschichte schwerer Allergien haben, weisen Sie Ihren Arzt ebenso darauf hin wie auf andere Vorerkrankungen. Es gibt Hinweise auf seltene Einzelfälle von Thrombosen, die wahrscheinlich im Kausalzusammenhang mit Vektorimpfstoffen stehen. Beim in Deutschland bereits verfügbaren Impfstoff von AstraZeneca hat dies kürzlich zu einer geänderten Empfehlung für Menschen über 60 geführt.

Gehäufte toxische oder autoimmune Leberkomplikationen durch die Impfstoffe sind uns trotz über 1,7 Milliarden vergebener Impfdosen bisher nicht bekannt (Stand 27. Mai 2021). Bei einem einzelnen Verdachtsfall aus den USA ist unklar, ob dies mit der Impfung zusammenhing oder ein Zufall war. Daher sollten auch Menschen mit autoimmunen Lebererkrankungen und Leberzirrhose die Impfungen zügig wahrnehmen. Lassen Sie sich in Ihrer Praxis, Klinik oder Impfzentrum beraten. Wir verfolgen die Lage aufmerksam und berichten Ihnen zügig berichten, wenn wir Neuigkeiten zu Sicherheit und Verträglichkeit der neuen Impfstoffe erfahren.

Bis Impfstoffe breit verfügbar und weite Teile der Bevölkerung geimpft sind, bleibt es wichtig, sich gegen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus so gut wie möglich zu schützen. Insbesondere Menschen mit Zirrhose oder metabolischen Begleiterkrankungen sind gefährdet. Die offiziellen Empfehlungen zum Infektionsschutz wie Händehygiene, Abstandsregeln und Maskenpflicht können das Ansteckungsrisiko erheblich senken und sollten bestmöglich eingehalten werden.

Gerade bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen versuchen Sie, wichtige Arzttermine für Ihre Versorgung und Behandlung dennoch möglichst wahrzunehmen. Wenn Sie verständlicherweise Sorge vor Ansteckung haben, fragen Sie in Ihrer Praxis oder Klinik nach, welche Schutzmaßnahmen vor Ort bestehen oder ob eine Beratung per Telefon oder Videokonferenz möglich ist. Alle Zentren haben ihren Betrieb so umorganisiert, dass Abstand vor Ort möglich ist und Menschen mit Infektionsverdacht durch besondere Bereiche und Abteilungen geschleust werden, ohne dass diese anderen begegnen.

Deutsche Leberhilfe e.V.

Ideale Dauer des Händewaschens: 20 bis 30 Sekunden

Weitere Informationen

Allgemeine telefonische Beratung rund um das Thema SARS-CoV-19 finden Sie unter folgenden Rufnummern:

Tel. 0800/0117722: Unabhängige Patientenberatung Deutschland/Bundesgesundheitsministerium (Mo-Do. 8 bis 18 Uhr, Fr 8 bis 12 Uhr)
Tel. 115 (www.115.de): Einheitliche Behördenrufnummer (Mo-Fr. 8 bis 18 Uhr)
Bei örtlichen Gesundheitsämtern sind zum Teil ebenfalls spezielle Rufnummern geschaltet, die Sie auf den jeweiligen Webseiten dieser Ämter finden.
Aktuell beginnen auch Krankenkassen, eigene Hotlines zur Beratung einzurichten. Diese finden Sie auf den Webseiten der jeweiligen Krankenkasse.
Mit längeren Wartezeiten muss aktuell gerechnet werden.

Wenn Sie befürchten, infiziert zu sein:

Bitte kontaktieren Sie zunächst telefonisch Ihre Hausarztpraxis und lassen Sie sich beraten. Gehen Sie nicht unangemeldet in die Praxis, sondern vereinbaren Sie einen Termin, damit man dort die Ansteckungsrisiken für Personal und andere Patienten minimieren kann. Wenn Ihre Hausarztpraxis nicht erreichbar ist und Sie medizinische Hilfe benötigen, können Sie auch den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 rund um die Uhr deutschlandweit erreichen.
Bitte wählen Sie nicht (!) den Notruf allein aufgrund eines Infektionsverdachts, damit die Leitung nicht für akut dringende Notfälle blockiert ist (z.B. schwere Atemnot, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Varizenblutungen, Brände).

Aktuelle Informationen zu Schutzmaßnahmen, Verbreitung und Verhalten bei Infektionen finden Sie auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts und des Bundesgesundheitsministeriums (anklickbare Links in roter Schrift):

Robert-Koch-Institut, Übersichtsseite
Robert-Koch-Institut, häufige Fragen zu Covid-19
Bundesgesundheitsministerium, Übersichtsseite
Bundesgesundheitsministerium, rechtliche und praktische Hinweise bei häuslicher Quarantäne (PDF-Datei)

In englischer Sprache bieten auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das europäische ECDC umfassende Informationen:

Weltgesundheitsorganisation (WHO), Übersichtsseite
European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC), Übersichtsseite

Um den Verlauf von Covid-19 bei chronischen Leberkrankheiten besser zu verstehen, hat der europäische Fachverband EASL unter https://covid-hep.net/ ein Register eingerichtet. Auch das Europäische Referenznetzwerk für seltene Lebererkrankungen (ERN-RARE LIVER) wird ein solches Register speziell ins Leben rufen.

Wir verfolgen das Geschehen online auf unserer Seite und bleiben per E-Mail erreichbar (beratung@leberhilfe.org sowie lebenszeichen@leberhilfe.org).

Bitte überprüfen Sie auch diese Seite regelmäßig. Wenn es für Leberkranke Neuigkeiten gibt, werden wir diesen Artikel entsprechend aktualisieren.

Ihre Deutsche Leberhilfe e.V.

 

Quellenauswahl:

Mitteilung der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut: Beschluss der STIKO für die Empfehlung der COVID-19-Impfung und die dazugehörige wissenschaftliche Begründung. 14. Januar 2021 (online vorab). https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2021/Ausgaben/02_21.pdf?__blob=publicationFile
Robert Koch Institut: COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ). Gesamtstand: 23.12.2020. https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html;jsessionid=745708DA676E1BFFEFE5D542230FBA86.internet091
CDC: Allergic Reactions Including Anaphylaxis After Receipt of the First Dose of Pfizer-BioNTech COVID-19 Vaccine — United States, December 14–23, 2020. Early Release / January 6, 2021 / 70. https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/70/wr/mm7002e1.htm
CDC: Allergic Reactions Including Anaphylaxis After Receipt of the First Dose of Moderna COVID-19 Vaccine — United States, December 21, 2020–January 10, 2021. Weekly / January 29, 2021 / 70(4);125–129. https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/70/wr/mm7004e1.htm
Tobias Boettler et al.: Impact of COVID-19 on the care of patients with liver disease: EASL-ESCMID position paper after 6 months of the pandemic. JHEP Reports 2020 vol. 2 j 100169. https://easl.eu/news/easl-escmid-position-paper-review/

Open Medicine Foundation: OMF Funded Study: COVID-19 and ME / CFS. 19.05.2020. https://www.omf.ngo/2020/05/19/omf-funded-study-covid-19-and-me-cfs/
M. Joshua Hendrix et al.: Absence of Apparent Transmission of SARS-CoV-2 from Two Stylists After Exposure at a Hair Salon with a Universal Face Covering Policy — Springfield, Missouri, May 2020. Weekly / July 17, 2020 / 69(28);930-932. On July 14, 2020, this report was posted online as an MMWR Early Release. https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6928e2.htm
esanum.de: COVID-19 und Lebererkrankungen. 31.08.2020. https://www.esanum.de/conferences/ilc-2020-der-leberkongress/feeds/today/posts/covid-19-und-lebererkrankungen
EASL. The Digital International Congress. https://ilc-congress.eu/programme-digital-ilc-2020/
AASLD: Clinical best practice advice for hepatology and liver transplant providers during the COVID-19 pandemic: AASLD expert panel consensus statement. June 25, 2020 https://www.aasld.org/sites/default/files/2020-06/AASLD-COVID19-ExpertPanelConsensusStatement-June252020-v2-FINAL.pdf

Zuletzt aktualisiert am: 8. Juni 2021

© Deutsche Leberhilfe e.V. Impressum Datenschutz Kontakt
Folge uns Icon facebook Icon twitter