31. Oktober

Bewegung gegen die Fettleber: Konsequenz statt Intensität

Köln. Die Deutsche Leberhilfe e.V. weist auf die Nützlichkeit moderater Bewegung bei Fettlebererkrankungen hin. In der westlichen Welt hat die Zahl der Menschen mit Fettleber in den  vergangenen Jahren drastisch zugenommen, auch immer mehr Jugendliche sind betroffen. Vor allem starkes Übergewicht und Diabetes stehen neben Herzkreislauferkrankungen in enger Wechselwirkung mit der Fettleber und gelten als Hauptverantwortliche, wenn nicht Alkohol die Ursache ist. Nach unterschiedlichen Schätzungen dürften in Deutschland 20 – 30 % der Bevölkerung unter der Nicht-Alkoholischen Fettleber-Erkrankung (NAFLD) in unterschiedlichsten Ausprägungen leiden. Für sie ist Sport besonders wichtig, wie die Deutsche Leberhilfe e.V. auf Grundlage einer Studie aus Großbritannien feststellt. Entscheidend sei nicht, dass intensive Leistung betrieben werde, sondern viel eher eine kontinuierlich mäßige Form der Bewegung.

Die Studie belegte zudem, dass der Nutzen des Sports wieder komplett verloren geht, wenn die regelmäßige Aktivität beendet wird. Sowohl Herz, Lunge, aber auch Leber fielen rasch in den ursprünglichen Zustand, die positiven Effekte der Anstrengung bildeten sich vollständig zurück. „Deshalb ist der Aspekt der konsequenten Bewegung viel bedeutender als der der des Aufwandes“, meint Prof. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender der Leberhilfe. „Eine beständige sportliche Aktivität wirkt sich nicht nur positiv auf das Gewicht aus, sondern auch auf den Verlauf der Fettlebererkrankung, die in eine Fettleberentzündung (NASH) und im schlimmsten Falle sogar in die Zirrhose übergehen kann“, sagt der Experte.

Für die Therapie ist laut Deutscher Leberhilfe e.V. daher besonders wichtig, Konzepte für ein verhältnismäßiges Bewegungsprogramm zu entwickeln, das die Betroffenen auch langfristig einhalten können. Durch Abwechslung in den Sportarten und genaue Vorgaben kann Hilfestellung gegeben werden, damit Patienten nicht wieder von ihrer Motivation abkommen. Dabei ist es zielführend, Zeitumfang und Leistungsniveau individuell auf den Erkrankten anzupassen, denn Überforderung bringe rasche Resignation. Insofern wünscht sich die Selbsthilfeorganisation, dass in der Behandlung von Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen und der Fettleber ein multimodales Vorgehen zum Einsatz kommt, das den psychologischen, sporttherapeutischen und ernährungsberatenden Anteil gleichermaßen berücksichtigt.

Autor: Redaktion Leberhilfe | Köln

Quelle:

Pugh CJ et al.: Exercise-induced improvements in liver fat and endothelial function are not sustained 12 months following cessation of exercise supervision in non-alcoholic fatty liver disease (NAFLD). Int J Obes (Lond). 2016 Jul 21. doi:10.1038/ijo.2016.123. [Epub ahead of print]

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