1. Februar

Autoimmunhepatitis

Ich bin 71 Jahre alt und leide seit Oktober 2012 an Autoimmunhepatitis. Bis das allerdings erkannt wurde, war es ein langer Weg.

Es fing an mit sehr starken Gelenkschmerzen, die täglich wechselten. Der Hausarzt verschrieb mir Schmerzmittel, die nicht halfen. Bekam dann eine Überweisung ins Krankenhaus, dort wurden zig Blutuntersuchungen gemacht. Man war ratlos, setzte eine Leberbiopsie an, ohne die Blutergebnisse abzuwarten, das habe ich dann abgelehnt.

Es ging mir dann besser, im März 2013 flogen wir nach Spanien und im Mai hatte ich eine Reflux-OP, weil Verdacht auf Omeprazol-Unverträglichkeit bestand. Das war das einzige Medikament, das ich über viele Jahre genommen habe, außerdem steht es auch auf dem Beipackzettel. Die Leberwerte waren normal.

Im Sommer 13 fingen dann die Gelenkschmerzen wieder unerträglich an und die Leberwerte waren sehr hoch. Nun kam ich um eine Leberbiopsie nicht herum, sehr unangenehm, aber erträglich. Die Diagnose: Autoimmunhepatitis!

Ab Januar 2014 fing die Tablettentherapie an mit 60 mg Cortison (Prednisolon), etwas später kam 100 mg Azathioprin dazu und Vitamin D für die Knochen.

Vierzehntägig wurde das Cortison herabgesetzt und die Blutwerte untersucht, bis wir auf 5 mg Cortison und 75 mg Azathioprin runter waren. Die Leberwerte wurden immer besser, bis sie 2015 im April im Normalbereich waren, dann wurde das Cortison auf 2,5 mg gesetzt. Im Oktober ’15 haben wir das Cortison abgesetzt und das ging leider nur eine Woche gut, dann gingen die Gelenkschmerzen wieder los, also wieder Cortison 15 mg langsam abwärts. Die Leberwerte sind trotzdem im Normalbereich.

Durch die Medikamente habe ich jede Menge Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, juckende Hautprobleme am Körper, die ich mit Solepräparaten im Griff habe. Im Gesicht hat sich eine Rosazea eingefunden, die hautärztlich betreut wird. Ich leide oft an Schlaflosigkeit, kann Kohl aller Art nicht mehr vertragen und meine Sehschärfe hat sehr nachgelassen, die Augen sind ok, das kommt vom Cortison.

Die Gelenkschmerzen haben sich verselbstständigt, ich sage immer „der Feind im Hintergrund schläft nie“.

Es wurden durch eine Knochendichte-Untersuchung erste Anzeichen von Osteoporose festgestellt, im Sommer hatte ich einen Bruch im Innenfuß.

Ich bin ein positiv denkender Mensch, wandere gerne und esse was mir schmeckt, allerdings keine Fertigprodukte, und Alkohol ist seit drei Jahren ganz gestrichen.

Die Patientin möchte anonym bleiben (Anm. der Redaktion)

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