Oktober 2026 ist Leberkrebs-Awareness-Monat
Köln, 1. Oktober 2026. Leberkrebs – insbesondere das hepatozelluläre Karzinom – ist die sechsthäufigste tumorbedingte Todesursache in der Europäischen Union. Im Jahr 2022 wurden über 62.000 Menschen neu mit Leberkrebs diagnostiziert und über 54.000 verstarben an den Folgen, wie die Webseite Digestivecancers.eu erklärte. Weltweit steht Leberkrebs sogar an dritter Stelle der krebsbedingten Todesursachen.
Häufig entsteht Leberkrebs bei Menschen mit langjährigen chronischen Lebererkrankungen wie z. B. Fettlebererkrankungen, alkoholbedingter Zirrhose und Virushepatitis B oder C. Die Prävention und Behandlung von Lebererkrankungen ist daher auch Tumorvorsorge.
Fettlebererkrankungen betreffen insbesondere Menschen mit metabolischem Syndrom – einer Kombination aus Übergewicht, Insulinresistenz, Bluthochdruck und schlechten Blutfettwerten; Lebensstiländerungen mit gesunder Ernährung, Abbau von Übergewicht und Bewegung können nicht nur dem metabolischen Syndrom und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken, sondern auch dazu führen, dass sich Fettlebererkrankungen zurückbilden.
Bei alkoholbedingten Erkrankungen kann Verzicht – in schweren Fällen auch mit Suchthilfe und anderer Unterstützung – ebenfalls der Leber ermöglichen, sich zu erholen.
Eine Schutzimpfung kann Hepatitis-B-Infektionen von vornherein verhindern: Besteht bereits eine chronische Hepatitis-B-Infektion, lässt sich die Vermehrung des Virus mit Medikamenten wirksam unterdrücken.
Gegen Hepatitis C konnte noch keine Schutzimpfung entwickelt werden, da es keine natürliche Immunität gegen dieses Virus gibt. Die gute Nachricht: Hepatitis C ist mit heute verfügbaren Medikamenten fast immer heilbar.
Seit 2021 können sich gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland ab dem 35. Lebensjahr einmalig kostenfrei auf Hepatitis B und C untersuchen lassen. Dies gehört zur Gesundheitsuntersuchung in hausärztlichen Praxen, die früher als „Check-up 35“ bekannt war. Untersuchungen auf Hepatitis B und C sind auch bei Risikofaktoren wie z. B. erhöhten Leberwerten oder Zugehörigkeit zu Risikogruppen angezeigt – wie z. B. Partner und Kinder von Infizierten, medizinisches Personal, Herkunft aus Ländern mit einer höheren Verbreitung von Virushepatitis sowie Menschen in Haft oder in der Drogenszene.
Lebertumoren können auch als Folge seltener Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen entstehen, insbesondere wenn diese erst spät erkannt und behandelt werden. Ein hepatozelluläres Karzinom kann z. B. als Spätfolge einer Hämochromatose, eines Morbus Wilson oder einer primär biliären Cholangitis (PBC) auftreten. Bei der primär sklerosierenden Cholangitis (PSC) ist insbesondere das Risiko für Tumoren der Gallengänge erhöht.
Das Risiko für Lebertumoren steigt insbesondere bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen im Zirrhosestadium. Bei Hepatitis-B-Infektionen und entzündlichen Fettlebererkrankungen wurden auch vermehrt Lebertumoren entdeckt, bevor eine Zirrhose vorlag. Hier wird je nach Situation eine regelmäßige Überwachung der Leber mit Ultraschall alle sechs bis zwölf Monate empfohlen. Bei früh erkannten Tumoren besteht mitunter die Chance, diese durch eine Operation, Transplantation oder Überhitzung vollständig zu entfernen und die Erkrankung zu heilen. Auch bei weiter fortgeschrittenen Tumoren gibt es inzwischen mehr Behandlungsmöglichkeiten. Lokale Verfahren, Immuntherapien und andere systemische Therapien können dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen und die Lebenserwartung zu verlängern.
In Deutschland gibt es medizinische Leitlinien zur Behandlung von Leberzellkrebs (hepatozelluläres Karzinom) und Tumoren der Gallenblase oder der Gallengänge (biliäre Karzinome), die regelmäßig aktualisiert werden.
Auf der Webseite Oncomap.de finden Menschen mit Leberkrebs und ihre Angehörigen zudem spezialisierte Tumorkliniken, welche von der Deutschen Krebsgesellschaft für die Behandlung von Lebertumoren zertifiziert sind.
Deutsche Leberhilfe e.V.
Quellen:
Digestivecancers.eu: Liver Cancer Awareness Month 2026. https://digestivecancers.eu/liver-cancer-awareness-month-2026/
Oncomap.de: Zertifizierte Zentren für Tumoren der Leber: https://www.oncomap.de/centers?selectedOrgans=%5bLeber%5d&showMap=1&userMode=P
Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten: Leitlinien Onkologie. Konsultationsfassung Hepatozelluläres Karzinom und biliäre Karzinome. Stand: 07/2026, S3-Leitlinie. https://www.dgvs.de/leitlinien/onkologie/hepatozellulaeres-karzinom-und-biliaere-karzinome/