14. April

Meine COVID-Impfung

Ich bin 53 Jahre alt (w), in Vollzeit berufstätig und lebe seit 34 Jahren mit dem Overlap-Syndrom (Primär Biliäre Cholangitis (PBC) und Autoimmunhepatitis). In den ersten Jahren nach der Diagnose nahm ich zur Ursodeoxycholsäure, Kortison und Immunsuppressiva. 2002 konnte ich glücklicherweise sowohl das Kortison als auch das Immunsuppressivum für lange Zeit absetzen und lebte ca. 25 Jahre ohne diese beiden Medikamente. Vor ca. 4 Jahren bekam ich einen neuen Schub und musste für ca. 2 Jahre zur Ursodeoxycholsäure wieder Kortison (Anfangsdosis 60 mg) und Immunsuppressiva hinzunehmen. Das Kortison ist ausgeschlichen, so dass ich seit Juni 2019 „lediglich“ immunsupprimiert bin und weiterhin UDCA nehme. Es geht mir sehr gut. Die Erkrankungen und die Medikamente hinterlassen Spuren, aber ich komme gut mit allem gut zurecht.

—> Hierfür bin ich dankbar!

Für mich war klar, sobald ich einen Impftermin bekomme, lasse ich mich umgehend impfen, egal mit welchem Impfstoff. Auch meine Ärzte rieten mir dazu, weil sie die Gefahr, an COVID schwer zu erkranken, um einiges höher einschätzten, als eine der seltenen Nebenwirkungen zu erleiden. Ich war seit Januar im Impfportal online registriert (Priorisierungsgruppe 2) und wartete geduldig, aber nie verärgert auf einen Impftermin. Ich finde, es ist eine enorme Herausforderung, innerhalb so kurzer Zeit Impfstoff für Milliarden Menschen herzustellen und ihn hoffentlich auch baldmöglichst weltweit allen zugänglich zu machen.

—> Ich bin sehr froh, dass ein Impfstoff so schnell entwickelt werden konnte!

Am Freitag, den 26.03.2021, kam die SMS vom Impfzentrum. Tatsächlich war schon am nächsten Tag, am Samstag, den 27.03.2021, ein Termin frei und ich habe meine erste Impfung erhalten. Der Impfstoff war von Biontech/Pfizer. Ich habe bis heute keinerlei Impfreaktionen oder gar Beschwerden bei bei mir beobachtet.

—> darüber freue ich mich!

Das Impfzentrum war sehr gut organisiert, es ging schnell voran, dennoch hielt ich mich knapp zwei Stunden in einer zwar großen, aber unbelüfteten Messehalle auf. Alle trugen FFP2-Masken, Desinfektionsmittel stand überall bereit, die Abstände konnten eingehalten werden, es gab Stühle, um sich während der Wartezeit kurz zu setzen. Dennoch halten sich – auch Personen aus den Priorisierungsgruppen – nicht immer an Abstände, korrektes Tragen des Mund-Nasen-Schutzes… das ist schade.

—> Im Impfzentrum befanden sich sehr viele Menschen in einer Halle und ich hätte mich wohler gefühlt, wenn die Impfung bei meiner Hausärztin vorgenommen worden wäre. Das war im März jedoch noch nicht möglich.

Im Impfzentrum gab es Hinweise zur SafeVac App des Paul-Ehrlich-Institutes. Diese habe ich nach der Impfung geladen (bis 48 Stunden nach der ersten Impfung möglich) und ich nehme seither an der Befragung zur Impfstoffsicherheit teil. Ich hoffe, dass durch diese Beobachtungsstudie viele Daten zur Verträglichkeit gesammelt werden und Mediziner wichtige Erkenntnisse für Menschen mit Lebererkrankungen und dem Overlap Syndrom im Besonderen erhalten.

—> Das hilft uns hoffentlich allen weiter.

Ob ich mich auf Antikörper testen lassen soll und wann, das habe ich mit meinen Ärzten noch nicht besprochen.

Am 8. Mai bekomme ich die zweite Impfung und Ende Mai gibt es – trotz Lebererkrankungen – ein kleines Gläschen Impfschampus!

Ich wünsche allen einen hoffentlich baldigen und guten Impftag und gute Gesundheit.

Anm. der Redaktion: Die Autorin dieses Berichtes möchte anonym bleiben.

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