30. März

Akute Hepatitis C, IL28B und der richtige Behandlungszeitpunkt

Lille. Seit man entdeckt hat, dass eine genetische Variante des IL28B-Gens als Prognosemarker bei der Therapie der chronischen Hepatitis-C-Therapie dienen kann, werden unterschiedliche Aspekte zu diesem sogenannten IL28B-Polymorphismus untersucht. Eine aktuelle Studie hat IL28B in eine Studie einbezogen, die untersucht hat, ob eine akute Hepatitis C sofort behandelt oder ob besser abgewartet werden sollte.

Fazit: IL28B spielt keine Rolle bei der Therapieentscheidung. Patienten, bei denen die Erkrankung nicht später als zwei Monate nach der vermuteten Infektion festgestellt wurde, sollten sofort behandelt werden. Liegt der Infektionszeitpunkt mehr als zwei Monate zurück, sollte man mit der Therapie vier bis fünf Monate nach dem vermuteten Infektionszeitpunkt beginnen. Aus zwei Gründen: Nach zwei Monaten ist eine spontane Ausheilung wahrscheinlicher und eine Behandlung im dritten und vierten Monat nach der Infektion ist mit schlechteren Therapie-ergebnissen verbunden.

Autor: S. Widhalm | Redaktion Leberhilfe | Köln

Auszug aus der Lebenszeichen 1/2013

Quelle:

Deuffic-Burban S et al.: Immediate vs. delayed treatment in patients with acute hepatitis C based on IL28B polymorphism: A model-based analysis. J Hepatol 2012; 57, S. 260–6.

Genvarianten des IL28B
Eselsbrücken zum Merken:

  • IL28B cc ist wie ein „doppelter Cäsar“,
    der römische Feldherr. Doppelter Cäsar
    gewinnt fast immer = sehr hohe
    Heilungsraten bei Hepatitis-C-Therapie
  • IL28B ct: „Cäsar ist traurig“ und
    gewinnt nicht so oft = mäßige
    Heilungsraten
  • IL28B tt: „total traurig“ = schlechte
    Heilungsraten
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