11. Juni

Internationaler NASH-Tag am 12. Juni 2019

Am 12. Juni ist Internationaler NASH-Tag, welcher vom Global Liver Institute (GLI) koordiniert wird. Die Deutsche Leberhilfe e.V. freut sich, diesen Aufklärungstag mit einer Online-Kampagne auch hierzulande zu unterstützen.


Mit einem Klick auf dieses Banner gelangen Sie zur Webseite des Global Liver Institute.


Nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH)
ist bereits heute die nächste große Lebererkrankung. Insbesondere in Industrieländern gibt es immer mehr Menschen mit Übergewicht und Insulinresistenz, was oft auch zu einer Verfettung der Leber führt; bei einem Teil der Betroffenen kommt es nicht nur zu einer einfachen Leberverfettung, sondern zur gefürchteten entzündlichen Form. Das Ausmaß ist so groß, dass NASH bereits als „stiller Tsunami“ bezeichnet wird: Weltweit sind nach Schätzungen des Global Liver Institute bereits heute 115 Millionen Menschen von dieser schweren Verlaufsform der Fettlebererkrankung betroffen. Bis 2030 könnte sich die Zahl mehr als verdoppeln und 357 Millionen Menschen betreffen.

Ähnlich wie andere Lebererkrankungen führt auch die NASH nicht zu eindeutigen Symptomen. Daher bleiben viele NASH-Patienten undiagnostiziert und es ist von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen. Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen erhöhen auch das Risiko für andere Krankheiten, wie Zahlen aus den USA zeigen: Über 70% der Betroffenen sind fettleibig, über 75% haben Diabetes Typ 2 und je nach Untersuchung haben 20 bis 80% der Patienten erhöhte Cholesterinwerte. Wenn der NASH nicht entgegengesteuert wird, kann diese zu Leberzirrhose und Leberzellkrebs führen. Bei vielen anderen Lebererkrankungen wie z.B. Virushepatitis C oder alkoholbedingten Leberschäden steigt das Leberkrebs-Risiko erst dann stark an, wenn die Leber bereits vernarbt ist. Nicht so bei NASH: Hier kann Leberzellkrebs auch schon in früheren Stadien der Leberschädigung auftreten.

NASH kann zusätzlich zu Arteriosklerose führen, wodurch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erheblich ansteigt. Obwohl NASH äußerst weit verbreitet ist und schwere Folgen für Gesundheit und Lebenserwartung haben kann, ist die Erkrankung relativ unbekannt. In einer kürzlich veröffentlichten Umfrage wussten gerade einmal 6% aller Menschen aus Risikogruppen mit der Bezeichnung „NASH“ etwas anzufangen.

„Gegen NASH kann man heute bereits einiges tun, obwohl es noch keine Medikamente speziell gegen diese Erkrankung gibt“, erklärt Ingo van Thiel, Pressesprecher der Deutschen Leberhilfe e.V. „Die Diagnose Fettleber oder gar ‚NASH‘ ist ein Warnschuss des Körpers, sein Leben zu verändern – aber wenn man dies dann konsequent tut, reagiert die Leber oft sehr dankbar.“

Lebensstiländerungen sind nach wie vor die Therapie Nr. 1 und können sowohl die Entzündung als auch Verfettung in der Leber zurückdrängen. Aktuell existieren noch keine zugelassenen Medikamente speziell gegen NASH. Eine ganze Reihe von Substanzen wird derzeit in Studien intensiv zu diesem Zweck erforscht, aber es ist noch nicht klar, welche dieser Arzneimittel alle klinischen Prüfungen bestehen und eines Tages zugelassen werden könnten. Und: Sport- und Diätprogramme sind so erfolgreich und wichtig, dass diese auch in Medikamentenstudien gegen NASH eingesetzt werden. Selbst wenn es eines Tages Medikamente gegen NASH geben sollte, bleiben eine gesunde Ernährung und vermehrte Bewegung ein unverzichtbarer Baustein der Therapie. Mit gesunder Ernährung, Verzicht auf fruktosereiche Nahrungsmittel, Abbau von Übergewicht, und durch vermehrte Bewegung kann sich die Leber bei vielen Betroffenen teilweise oder ganz erholen, insbesondere im frühen Stadium. Wie die deutsche Leitlinie für Fettlebererkrankungen erklärt, kann vermehrte Bewegung sogar gegen Fettleber helfen, wenn eine Gewichtsreduktion nicht erreicht wird.

Aus diesem Grund wurde vor einem Jahr zum ersten Mal der Internationale NASH-Tag am 12. Juni begangen. Der Tag verfolgt das Ziel, mehr Aufmerksamkeit für NASH zu schaffen – und darüber zu informieren, was Betroffene gegen NASH tun können. Der Internationale NASH-Tag steht seit diesem Jahr unter der Leitung des Global Liver Institute, welche auf den Erfolgen des Vorjahres aufbauen. „Wir appellieren an alle, auf NASH und ihre Auswirkungen aufmerksam zu machen,“ erklärt Donna Cryer, Präsidentin und Gründerin des Global Liver Institute. „Unser Ziel ist es, diese stille Epidemie ins Rampenlicht zu rücken.“

Deutsche Leberhilfe e.V.

 

Downloads und weitere Informationen zum Internationalen NASH-Tag:

Flyer des Global Liver Institute

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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