Was sind Knollenblätterpilze?

Knollenblätterpilze gehören zu den giftigsten Pilzen, die in der freien Natur zu finden sind. Da sie essbaren Pilzen ähnlich sehen, werden sie mitunter von Pilzsammlern verwechselt. Selbst kleinste Mengen eines Knollenblätterpilzes („Geschmackstest“) sind hochgradig giftig und führen ohne rechtzeitige Behandlung oft zum Tode.

Wie ist die durchschnittliche Latenzzeit?

Die Symptome bei einer akuten Knollenblätterpilzvergiftung beginnen meist zwischen 4 und 48 Stunden nach dem Pilzverzehr.

Was sind die Symptome?

Zunächst kommt es oft zu Übelkeit, Erbrechen, kolikartigen Bauchschmerzen, Durchfall und Kreislaufzusammenbruch. Danach klingen die Beschwerden für 12 bis 24 Stunden ab. Dies kann Betroffene in falsche Sicherheit wiegen. 2 bis 4 Tage nach dem Pilzverzehr tritt dann das lebensgefährliche Stadium ein, bei dem es zu Gelbsucht, Leberversagen, Nierenversagen und Blutungen kommt.

Wer ist gefährdet?

Wer selbst gesammelte Pilze verzehrt.

Wie kann man sich schützen?

Verzichten Sie auf selbstgesammelte Pilze, es sei denn, Sie kennen sich gut aus oder wurden von erfahrenen Pilzsammlern begleitet. Pilze aus dem Lebensmittelhandel sind sicher.

Was kann man bei Verdacht auf eine Vergiftung tun?

Wenn Sie oder Angehörige nach Pilzgenuss Symptome bemerken, rufen Sie in Deutschland sofort den Notruf 112 an. Weiterhin können Sie Giftnotrufzentralen kontaktieren, dies ersetzt aber keinen Notruf:

Deutschland: Notruf 112, Giftnotrufzentrale 030/19240 (Berlin) oder 089/19240 (München)

Österreich: 01/406 43 43

Schweiz: 145

Falls von der Pilzmahlzeit noch etwas übrig ist, sichern Sie die Reste zur Untersuchung. Gegebenenfalls können auch Proben vom Erbrochenen weiterhelfen.

Wie wird eine Knollenblätterpilzvergiftung behandelt?

Es ist eine intensivmedizinische und medikamentöse Behandlung in der Klinik nötig. Falls diese nicht ausreichend wirkt, kann nur noch eine Lebertransplantation das Leben retten.

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