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Allgemeines

Hepatitis C: Rückschlag für GS-7977 bei Nullrespondern mit dem Genotyp 1

Köln, 21. Februar 2012 (Update 07. März 2012). Aktuell wird an zahlreichen Hepatitis-C-Therapien geforscht, die auch ohne Interferon auskommen. Hierbei werden mehrere antivirale Substanzen miteinander kombiniert. Bis 2015, so erwarten viele Experten, könnten die ersten interferonfreien Therapien zugelassen werden.

Noch ist die Sicherheit und Wirksamkeit der neuen Substanzen nicht ausreichend erforscht. Resistente Hepatitis-C-Viren sowie neue Neben- und Wechselwirkungen erschweren solche Versuche. Auch muss noch die ideale Dosis und Therapiedauer gefunden werden.

Im November 2011 erregte eine Substanz namens PSI-7977 auf dem amerikanischen AASLD-Leberkongress Aufsehen: Zehn bislang unbehandelte Patienten mit dem Genotyp 2 oder 3 wurden alle geheilt, nachdem sie nur zwölf Wochen mit PSI-7977 und Ribavirin behandelt wurden. Die Substanz wird als Tablette einmal täglich genommen und scheint bislang gut verträglich zu sein. Entsprechend groß war die Hoffnung, dass eine solche Therapie auch bei anderen Genotypen genauso einfach und erfolgreich verlaufen könnte. Die Herstellerfirma Pharmasset wurde kurz nach dem Kongress von Gilead aufgekauft und die Substanz wird jetzt unter dem Namen GS-7977 geführt.

Inzwischen wurde das gleiche Therapieschema (zwölf Wochen GS-7977 + Ribavirin) auch bei Patienten mit dem Genotyp 1 untersucht.

Ein Teil dieser Genotyp-1-Patienten war nicht vorbehandelt („therapienaiv“). Der andere Teil bestand aus so genannten "Null-Respondern", die auf eine vorherige Therapie mit Peg-Interferon und Ribavirin nicht oder kaum angesprochen hatten. Null-Responder gelten als die am schwierigsten behandelbaren Patienten.

Bei den unvorbehandelten („therapienaiven“) Genotyp-1-Patienten werden erst in den kommenden Monaten Ergebnisse erwartet.

Dafür gibt es inzwischen Ergebnisse bei den Null-Respondern, die leider ernüchternd sind: Zwar wurde das Virus bei allen Null-Respondern während der Therapie negativ, allerdings erlitten acht von neun Patienten kurz nach dem Absetzen einen Rückfall. Nur bei einer Patientin war das Virus vier Wochen nach Therapieende noch negativ - ob diese auch dauerhaft geheilt bleibt, muss abgewartet werden. Man spricht erst von einer Heilung, wenn Patienten noch ein halbes Jahr nach Therapieende weiterhin keine messbare HCV-RNA im Blut haben.

Eine zwölfwöchige Therapie allein mit GS-7977 mit Ribavirin reicht also bei Null-Respondern mit dem Genotyp 1 offenbar nicht aus. Die Herstellerfirma Gilead kommentierte in einer Pressemeldung, dass es bei Null-Respondern wohl notwendig sei, GS-7977 mit einer weiteren antiviralen Substanz zu kombinieren. Aktuell laufen bereits mehrere Studien, in denen GS-7977 in Kombination mit anderen neuen HCV-Substanzen untersucht wird.

Zahlreiche weitere Herstellerfirmen wie Abbott, BMS, Boehringer u.a. führen aktuell ebenfalls Studien zu interferonfreien Therapien bei verschiedenen Genotypen durch. Zum europäischen EASL-Kongress im April 2012 werden auch hier weitere Ergebnisse erwartet.

Deutsche Leberhilfe e.V.

 

Quellen:
http://www.natap.org/2012/HCV/021712_01.htm
http://www.natap.org/2012/HCV/021712_02.htm
http://www.natap.org/2012/CROI/croi_07.htm

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