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Hepatitis B: Neuartiges Tenofovir TAF in EU zugelassen

Brüssel, 13. Januar 2017. Die europäische Kommission hat am 11. Januar 2017 ein neuartiges Tenofovir TAF zur Behandlung der chronischen Hepatitis B unter dem Namen "Vemlidy" zugelassen. Tenofovir TAF ist eine Weiterentwicklung des Tenofovir TDF ("Viread"), welches seit vielen Jahren für die Hepatitis B verfügbar ist. Beide Medikamente stammen von der Firma Gilead Sciences.

In den USA ist das neuartige Tenofovir TAF bereits seit November 2016 zugelassen.

Tenofovir TAF und TDF werden in Tablettenform verabreicht und können die Hepatitis-B-Virusmenge (HBV-DNA) langfristig unterdrücken. Hierdurch sinkt das Risiko von Spätfolgen wie Zirrhose oder Leberkrebs. 

Die Wirksamkeit von Tenofovir TAF und Tenofovir TDF war in zwei Vergleichsstudien praktisch identisch. Tenofovir TAF scheint auf Dauer jedoch weniger belastend für Knochen und Nieren zu sein. Dieser Unterschied wurde u.a. anhand von Blutwerten gemessen. Die Zulassung erfolgte auf Basis von Daten nach 48 Wochen Therapie mit Tenofovir TAF bzw. TDF.

Tenofovir TAF ist eine Vorstufe (sogenanntes "Prodrug") von Tenofovir, hält sich stabiler im Blut und kann den Wirkstoff gezielter in die Leberzellen einbringen als das Vorgängerpräparat. Daher erreicht das neuartige Tenofovir TAF mit deutlich geringerer Dosis (ein Zehntel) die gleiche Wirksamkeit wie Tenofovir TDF.

Ob es für Patienten direkt spürbare Unterschiede bei der Verträglichkeit zwischen Tenofovir TAF und TDF gibt, ist uns aktuell noch nicht bekannt. In den ersten 48 Wochen brachen nur 1% (Tenofovir TAF) und 1,2% (Tenofovir TDF) der Studienteilnehmer ihre Behandlung wegen Nebenwirkungen ab; dies ist praktisch kein Unterschied.

Es wurde unter Tenofovir TAF über unerwünschte Ereignisse ("adverse events") berichtet: Dazu gehörten Durchfälle, Erbrechen, Magenschmerzen, Blähungen, Müdigkeit, Schwindel, Hautausschlag, Juckreiz, erhöhte Leberwerte (ALT) und Gelenkschmerzen. Wir wissen aktuell nicht, welche davon eindeutige Nebenwirkungen des Medikamentes sind. Der Begriff "unerwünschte Ereignisse" ist in Studien allgemein üblich und sehr weit gefasst: Hierzu zählen nicht nur Nebenwirkungen, sondern auch Symptome der Grunderkrankung sowie zufällige Ereignisse wie z.B. Grippeinfektionen oder Unfälle. Über weitere Risiken und Nebenwirkungen sollten sich Patienten bei ihren Ärzten oder Apothekern informieren (vgl. auch der untenstehende Link).

Ebenso wie alle anderen Hepatitis-B-Tabletten sind Tenfovir TAF und Tenofovir TDF nicht komplett heilend. Eine heilende Therapie für chronische Hepatitis B zu finden ist jedoch ein Ziel, an dem inzwischen intensiv geforscht wird.

Köln | 1/2017 | Redaktion Leberhilfe

 

Quelle: Pressemeldung der Firma Gilead Sciences, Inc, USA vom 11. Januar 2017.

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